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Primäre Hyperhidrose. Liegt
eine fokale (örtlich begrenzte) Hyperhidrose vor, welche durch
emotionale Stimuli ausgelöst oder verstärkt wird, sollte unbedingt
ein Stufenplan durchgeführt werden. Hierbei eignen sich einige
Therapiemöglichkeiten besser für die axilläre Hyperhidrose
und andere besser für die vermehrte Schwitzneigung im Bereiche
der Hand- und Fussflächen (palmoplantare Hyperhidrose).
Axilläre Hyperhidrose. Zunächst
sollten zwingend allgemeine Massnahmen durchgeführt werden, da
diese sehr häufig bereits einen guten Therapieefekt zeigen. Hierzu
gehören eine regelmässige Hygiene durch häufiges Waschen,
vornehmlich der hyperhidrotischen Arealen. Zusätzlich sollten Deodorants
zur Anwendung kommen. Ferner ist ein täglicher Wechsel der Kleidung
sowie das Tragen von weiter Baumwollkleidung zu empfehlen. Als nächster
Schritt käme die Verschreibung von Aluminium-haltigen Antitranspiranzien
in Betracht, wobei darauf geachtet werden muss, dass diese streng abendlich
aufgetragen werden, um über die Nacht einwirken zu können.
Sollten diese Massnahmen nicht den gewünschten Erfolg zeigen, sollte
eine Behandlung mit Botulinumtoxin geprüft werden (siehe unten).
Eine dauerhafte Lösung wird durch chirurgische Massnahmen erzielt,
wobei hier der Nachteil der Narbenbildung besteht. Die thorakoskopische
Sympathektomie zur Behandlung der axillären Hyperhidrose ist wegen
der grossen Gefahr einer kompensatorischen Hyperhidrose kontraindiziert.
Palmoplantare Hyperhidrose. Patienten
mit einer plantaren Hyperhidrose sollten darauf achten, nur Socken aus
Baumwolle oder Wolle zu Tragen. Ferner sollte ein Schuhwerk mit Holz-
oder Gummisohlen gemieden werden. Lederschuhe eigenen sich am besten.
Neben dem täglichen Sockenwechsel müssen zwingend auch die
Schuhe täglich gewechselt werden. Zudem haben sich gerbende Fussbäder
in Kombination mit Schuhpuder bewährt. Sollten diese Massnahmen
nicht zum Ziel führen, käme als nächsten Schritt die
Iontophorese in Frage. Dabei werden die Hand- und/oder Fussflächen
in Leitungswasser gebadet, wobei ein geringer Gleichstrom angelegt ist.
Dieser ist so reguliert, dass ein sanftes Kribbeln verspürt wird.
Bei nicht Ansprechen dieser Therapie empfiehlt sich das Besprechen einer
Botulinumtoxin-Therapie mit dem entsprechenden Spezialisten. Bei der
thorakoskopischen Sympathektomie schliesslich werden in einer Vollnarkose
die für das Schwitzen verantwortlichen Nerven nahe des Rückenmarkes
chirurgisch durchtrennt. Diese Methode hat den gravierenden Nachteil,
dass es in einer Vielzahl der operierten Patienten zu einem sogenannten
kompensatorischen Schwitzen kommt, welches an anderer Stelle z.T. starke
Ausmasse annehmen kann und somit die Patienten mehr stört als die
anfängliche palmare Hyperhidrose. Diese Methode eignet sich ferner
nur für die Behandlung einer palmaren Hyperhdirose und sollte dort
nur bei Versagen aller zuvor genannten Therapieoptionen durchgeführt
werden.
Sekundäre Hyperhidrose. Prinzipiell
muss die Therapie einer Hyperhidrose individuell angepasst sein. Zunächst
geht es darum eine primäre Hyperhidrose von einer sekundären
zu unterscheiden. Dies gelingt in den allermeisten Fällen bereits
durch ein gezieltes Arztgespräch. Liegt eine sekundäre Form
vor, so muss nach entsprechender Abklärung die Grunderkrankung
behoben werden. In einigen Fällen muss zusätzlich eine medikamentöse
Therapie zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden.
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