|
Da der Übergang von physiologischem (natürlichem Schwitzen
zur Aufrechterhaltung einer konstanten Körpertemperatur) und dem
krankhaften Schwitzen (Hyperhidrose) fliessend ist und zudem von psychologischen
individuellen Faktoren (nicht jeder ist gleichsam durch die vermehrte
Schwitzneigung gestört) abhängig ist, findet sich eine exakte
Definition nur schwer. Ungefähr 1-2 % der Gesamtbevölkerung
leidet an einer Hyperhidrose. Dabei werden in erster Linie Beschwerden
im sozialen Kontakt (Schweissflecken an Kleidung, Hände schütteln
u.v.m.) aber auch Beeinträchtigungen im beruflichen Leben geltend
gemacht (z.B. Geschäftsleute, Elektriker, Feinmechaniker u.v.m.).
Wir unterscheiden eine primäre fokale Hyperhidrose von einer meist
generalisierten sekundären Hyperhidrose.
Während bei der fokalen (örtlich lokalisierten) Form meist
emotionale Faktoren ursächlich sind, liegt bei der sekundären
Form häufig eine innere Erkrankung vor. Hierbei können sowohl
Stoffwechsel-Erkrankungen (Blutzucker-Erkrankung, Überfunktion
der Schilddrüse u.a.m.), neurologische Erkrankungen oder aber Infektionen
und in seltenen Fällen auch Krebserkrankungen zu Grunde liegen.
Bei der sogenannten fokalen oder emotionalen, primären
Hyperhidrose liegt die übermässige Schweisssekretion
vornehmlich axillär und/oder Hand- und Fussflächen vor, seltener
im Bereiche der Stirne. Das Leiden beginnt meist nach der Pubertät
und ist nicht selten vererbt. Neben der möglichen sozialen Isolierung
können durchaus Folgeerkrankungen auftreten wie bspw. Warzen, Fusspilz
oder andere Hauterkrankungen (Keratoma sulcatum u.a.m.). Es ist deshalb
wichtig die Problematik nicht zu bagatellisieren und sie als echte Erkrankung
anzusehen und deshalb auch zu behandeln.
|