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Einleitung
Seit Ende des 19. Jahrhunderts bekannt, wird Botulinumtoxin nunmehr
seit mehr als einem Jahrzehnt weltweit als Arzneimittel in der Behandlung
von verschiedensten medizinischen Indikationen eingesetzt. Botulinumtoxin
ist ein natürliches Protein, welches vom Bakterium Clostridium
botulinum produziert wird. Injiziert man je nach Lokalisation 20 bis
40 Einheiten Botulinumtoxin intradermal zur Behandlung einer fokalen
(lokalisierten) Hyperhidrose, kommt es zum Sistieren der Schweisssekretion.
Die Geschichte von Botulinumtoxin
1817 beschrieb Dr. Justinus Christian Kerner in den Tübinger
Blätter für Naturwissenschaften und Arzneykunde die
Wirkung eines Giftes in verdorbenen geräucherten, aber nicht gekochten
Würsten. Der Begriff Botulismus stammt aus dem Lateinischen (botulus,
die Wurst) und erinnert daran, dass eine Lebensmittelvergiftung nach
Genuss von verdorbenen Würsten der Ursprung dieses Medikamentes
ist. Justinus Kerner lebte von 1786 bis 1862, war romantischer Dichter
und Amtsarzt in Baden-Württemberg. Kerner notierte bereits damals,
dass dieses Toxin zu einem späteren Zeitpunkt wohlmöglich
eine formidable Arznei zur Behandlung von Verkrampfungen ebenso wie
zur Verringerung übermässigen Speichel-, Tränen- und
Schweissflusses sein könnte. Der genaue Wirkungsmechanismus von
Botulinumtoxin blieb noch lange Zeit unklar. Erst 1973 war Dr. Alan
Scott der Pioneer in der klinischen Anwendung von Botulinumtoxin, indem
er zum ersten Mal Botulinumtoxin erfolgreich zur Behandlung des Schielens
anwandte. 1994 entdeckte man mehr zufällig, dass Botulinumtoxin
A auch eine sehr gute Wirkung auf die Schweissdrüsen hat und somit
ein geeignetes Therapeutikum für die Hyperhidrose darstellen könnte.
Der Wirkungsmechanismus von Botulinumtoxin
A
Botulinumtoxin A hemmt im Bereiche der Nervenendigung, welche die Schweissdrüse
sozusagen zum Schwitzen beauftragt, die Ausschüttung von Botenstoffen
(Acetylcholin). Fehlen diese Überträgerstoffe, erreicht die
Schweissdrüse also nie der vom Gehirn ausgesandte Befehl "schwitze".
Somit schwitzt die Schweissdrüse auch nicht. Botulinumtoxin ist
das derzeit potenteste bekannte Toxin. Das Medikament ist so wirksam,
dass bereits 0.2 x 10-12 mol (picomol) einer Einheit entspricht. Die
benötigte Dosis zur Behandlung einer Hyperhidrose entspricht 40-100
Einheiten abhängig von der Lokalisation. Um eine toxische Wirkung
beim Menschen zu erreichen, bedarf es ca. 3500-5000 Einheiten, was die
grosse Sicherheit dieses Medikamentes unterstreicht.
Die Behandlung mit Botulinumtoxin
Im Bereiche der Achselhöhlen werden die streng intradermalen Injektionen
mit einer feinen Insulinspritze ohne Anästhesie appliziert. Die
Behandlung ist nicht eigentlich schmerzhaft, jedoch unangenehm. Patientenstimmen
haben die Methode mit dem Setzen von Akkupunkturnadeln verglichen. Beim
Injizieren verspürt der Patient ein leichtes Brennen. Pro Achselhöhle
werden 10 Spritzen durchgeführt. Axillär muss die zu behandelnde
Stelle zuvor mittels einer Jod-Stärke-Reaktion, der sogenannten
Minorschen Schweissprobe markiert werden. Im Bereiche der Hände
oder Füsse müssen die Hand- oder Fussflächen zunächst
unempfindlich gemacht werden. Hier bieten sich verschiedene Methoden
an. Die Praxis Methininserhof hat eine eigene spezielle Methode entwickelt,
die von den Patienten sehr geschätzt wird.
Mittels Botulinumtoxin-Injektionen kann eine Reduktion der Schweissmenge um 70
bis 90 Prozent erzielt werden. Dabei profitieren Patienten mit einer
starken Hyperhidrose mehr, als solche mit einer moderaten, einfach deshalb,
weil 90% von viel Schweisssekrtion subjektiv als besserer Erfolg gewertet
wird, als eine Reduktion von 90% von wenig Schweissabsonderung.
Zusammenfassung
Insgesamt bietet die Botulinumtoxin-Therapie zur Behandlung der fokalen
Hyperhidrose eine sehr effiziente Alternative zu den operativen Möglichkeiten.
Sind Sie an einer fachmännischen Beratung und gegebenenfalls Behandlung
intersessiert wenden Sie sich an eine dieser Adressen.
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